So, 24/03/2019, 17:00 Uhr
Performance / Echtzeitmusik / Musiktheater / Oper / Klangkunst / Sound Art

RWANDAN RECORDS


Begehbares Musiktheater zwischen Berlin und Kigali

Das Projekt Rwandan Records mit Künstlern aus Ruanda, Belgien und Deutschland verbindet präkoloniale Geschichten mit Erzählungen der Gegenwart: Ruandische Mythologie, magischer Realismus und Science-Fiction-Theorien verschmelzen mit Vergangenheit und Zukunft.
RWANDAN RECORDS ist begehbares Musiktheaters: Erzählte Geschichte trifft auf urbane Sounds, Archivsampling auf Live-Musik, alte Überlieferung auf Handy-Tracking. Live-Performance, Hörspiel, Ausstellung und Soundspuren kommunizieren miteinander und erzählen eine gemeinsame Geschichte zwischen Ruanda und Deutschland. In Parallelmontage werden Erzählungen zur Zeit der Gründung der Stadt Kigali mit Erfahrungen von Menschen aus der Gegenwart verbunden.
Der Modernisierungsschub, der durch die zunehmende digitale Durchdringung des Alltags in Kigali vorangetrieben wird, wird exemplarisch für eine Auseinandersetzung mit global ablaufenden Transformationsprozessen gesehen. Schließen sich ökonomische Interessen und kultureller Reichtum aus? Bedingen Sie langfristig einander? Wie kämpfen verschiedene Weltsichten um Dominanz? Welche Rolle spielt der Einfluss der ehemaligen Kolonialmächte Deutschland und Belgien auf die ruandische Gegenwart? Wie können unterschiedliche Visionen aus zeitlich entgegengesetzten Positionen zugleich erklingen? Wer hat die Entscheidungsgewalt darüber, was kulturell in die Zukunft mitgetragen wird?
Die Inszenierung RWANDAN RECORDS lädt die Rezipient*innen dazu ein, nicht nur in ästhetischen Kategorien zu urteilen, sondern auch über die Macht des eigenen Einflusses auf den kollektiven kulturellen Reichtum, auf den Umgang mit den problematischen Seiten der Vergangenheit zu agieren.
Dietrich/Kipfmüller, der ruandischen Hip-Hop-Dichter Eric Onekey und der Berliner Musiker Klaus Janek inszenieren die Verknüpfung von persönlichen Biographien mit geschichtlichen Ereignissen vor dem Hintergrund traditioneller Mythologien. Ausgehend von einer Mischung verschiedener Zeiten, Visionen der Vergangenheit und der Zukunft, aus den Rissen in den Lebensläufen, dem Zusammenführen von Disparatem entsteht eine genre- und kulturenübergreifende Narration. Die vorproduzierten Soundspuren werden von dem Berliner Musiker Klaus Janek und dem ruandischen Spoken Word Künstler Eric Onekey live zu einem akustischen Raum in ständigem aktiven Dialog zusammengefügt.

RWANDAN RECORDS ist begehbares Musiktheater, in dem Geschichten aus der präkolonialen Zeit Ruandas sich mit der Gegenwart zu Klangwelten verweben, die auf verschiedene Zeiten vor- und zurückgreifen: trad. Songs, Ikinimba, Pop und Live-Elektronik.

  • Dauer: 3h, Pausen: nein
  • Bemerkungen zum Datum und Uhrzeit: durchgängiger Einlass
  • Haus der Kulturen der Welt
  • John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin
  • Bemerkungen zum Ort: Konferenzraum 1