Israel Martínez
Do, 31/01/2019, 01:00 Uhr
Konzert / Klangkunst

CTM 2019: Israel Martínez


Konzert im Rahmen des CTM 2019 Festivals – Persistence

„Beharrlichkeit ist in Mexiko, wie auch in anderen Teilen der Welt, keine Frage der Wahl oder der Möglichkeit“, schreibt der mexikanische Klangkünstler Israel Martínez, „es ist eine Bedingung, um zu überleben, um sich eine andere Zukunft vorstellen zu können ... ein substantieller Beitrag zu kritischem Denken und Widerstand überall auf der Welt.“ In seinem „Love and Rage“ betitelten Stück möchte Martínez der Beharrlichkeit des Widerstands anhand des politischen Aktivismus in Mexiko nachspüren, in dem sich zugleich die vielen Formen des Widerstands überall auf der Welt spiegeln. Der neuproduzierte Arbeit wird während des CTM Festivals 2019 in der daadgalerie uraufgeführt. Im Frühjahr 2019 folgt die Sendung der Radioversionen auf Deutschlandfunk Kultur. Darüber hinaus werden die Projekte durch den Österreichischen Rundfunk entweder auf ORF Zeit-Ton, in einer Ö1 Kunstradio-Sendung oder während des ORF musikprotokolls im steirischen herbst Festival im Herbst 2019 in Graz präsentiert.

Martinez ist Gewinner des CTM 2019 Radio Lab. Zum mittlerweile 6. Mal vergeben Deutschlandfunk Kultur – Redaktion Hörspiel / Klangkunst und CTM Festival gemeinsam mit Goethe-Institut, ORF musikprotokoll im steirischen herbst, Ö1 Kunstradio und mit Unterstützung durch das britische Musikmagazin The Wire Auftragsarbeiten, die künstlerische Möglichkeiten des Mediums Radio mit einer Live- Performance verknüpfen und sich mit dem Festivalthema auseinandersetzen.

Das Konzert findet im Rahmen des CTM Festivals statt, das 2019 sein 20-jähriges Bestehen feiert! Seit 1999 versteht sich das Festival, als stets nur vorläufiges Forum für den Austausch und die Vernetzung unterschiedlicher kreativer Communities. Zugleich stellt CTM einen weit geöffneten Möglichkeitsraum, in dem Menschen jeglicher Hintergründe oder Interessen kulturelle Zwischenräume finden und austesten können. Damit steht das Festival entschlossen zwischen allen Stühlen. Die beständige und ausdauernde Suche, das ergebnisoffene Experiment, Neugierde gegenüber Neuem und Unbekanntem, radikales Pluralisieren und die Verweigerung Komplexes ungebührend zu vereinfachen ohne dabei Erleben, Erfahrung und Freude an der Auseinandersetzung zu vernachlässigen – das alles macht CTM aus. Die 20. Ausgabe des Festivals ist daher weniger ein Grund zur Nabelschau, als vielmehr neuer Ansporn im Sinne dieser Haltung weiterzumachen. Trotzdem ist es natürlich keine Kleinigkeit, ein unabhängiges Festival über so einen langen Zeitraum zu erhalten und zu entwickeln. Das Festival hat sich daher unter dem Titel Persistence vorgenommen, gemeinsam mit neuen und vertrauten Künstler*innen und Partnern die ästhetischen und gesellschaftlichen Potentiale und Zumutungen von Beharrlichkeit und Flüchtigkeit, des Stetigen und des Vorläufigen zu befragen. Angesichts des polarisierenden politischen Klimas, liefert der Titel Persistence nicht nur ein passendes Sinnbild für 20 Jahre CTM Festival, sondern stellt zugleich die Frage danach, wofür es sich heute überhaupt noch lohnen könnte, beharrlich zu sein – und in welcher Form.

https://www.ctm-festival.de

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  • Oranienstraße 161, Berlin