Jéremie Mazerq
Do, 17/01/2019, 19:00 Uhr
Konzert

Quatuor Diotima


Ultraschall Berlin - Festival für neue Musik

Zwei junge Komponist*innen treffen in diesem Konzert auf einen arrivierten, jüngst mit dem Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichneten Komponisten – und gewinnen dem altehrwürdigen Streichquartett höchst unterschiedliche Töne ab.
›Chants, cris, chuchotements‹ (Lieder, Schreie, Flüstern) lautet der Untertitel des kürzlich vom Quatuor Diotima in Luxembourg uraufgeführten Streichquartetts von Sivan Eldar. Inspiriert von der Poesie der britischen Autorin Fiona Sampson erkundet die junge Komponistin Grenzen als Angebote. »In Soli, Duetten, Trios und im Quartett tauschen die Musiker Worte in Form von Gesten aus«, sagt Eldar, die für dieses Werk mit der Szenografin Aurélie Lemaignen zusammenarbeitet.
Wie umgehen mit der übermächtigen Tradition der Gattung Streichquartett? Malte Giesens Divertimento setzt sich auf mitunter recht rabiate Weise mit der klassischen Vergangenheit auseinander, dreht markante Stellen und musikalische Standardsituationen durch den Fleischwolf des Sound Processing – und verändert mit den Oberflächen letztlich auch die Substanz.
Beat Furrers III. Streichquartett ist eine »große, ununterbrochene Erzählung«, vielfach verschachtelt und zerteilt, in umgekehrter Erzählrichtung. »Mich hat interessiert, was das in der Musik heißt: das Prozesshafte, wo die Musik einen Sog erzeugt. Und darum musste das Stück auch lang sein.« Und auch hier taucht plötzlich längst Vergangenes auf und wird vom Gegenwärtigen überlagert.
Konzert mit Unterstützung des Wissenschaftskolleg Berlin, gefördert von der Schering Stiftung

  • Sivan Eldar: »Solicitations« für Streichquartett (2018 (DE))
  • Malte Giesen: »Divertimento - Veränderung an Oberflächen« für Streichquartett und Elektronik (2014)
  • Beat Furrer: »III. Streichquartett« (2004)

http://ultraschallberlin.de

  • Heimathafen Neukölln
  • Karl-Marx-Str. 141, Berlin
  • Ticketpreis: 15 € (erm. 10 €)