Clay Patrick McBride, Jacob Blickenstaff
Sa, 03/11/2018, 20:00 Uhr
Konzert

WDR Big Band feat. Jazzmeia Horn / Jason Moran – The Harlem Hellfighters

WDR Big Band feat. Jazzmeia Horn
Zur klassischen Radiokultur Deutschlands gehören leuchtende hauseigene Orchester und Big Bands. Sie haben wie die WDR Big Band auf ihrem Weg Marken gesetzt und die Klangfarben unterschiedlichster Gastmusikerinnen vergrößert, verfeinert und farbenreich in die Welt getragen. Was könnte schöner sein als eine junge, tief in der afroamerikanischen Tradition wurzelnde Stimme wie die Jazzmeia Horns (1992), die Klassiker aus Jazz und Soul mit Leben füllt, getragen von einem profunden, schwelgenden Klangkörper wie dem der WDR Big Band.Wie sie auf ihrem letztjährigen Debütalbum „A Social Call“ spirituell und mit Dringlichkeit zwei Pfeiler afroamerikanischer Musik, „Afro Blue“ und „Wade In the Water“, aufbricht und in afrofuturistischem Sinne miteinander verbindet, setzt wirkungsmächtig Maßstäbe. Jazzmeia Horn ist eine neue, hochdynamische und virtuose Stimme aus Dallas/Texas, die sich kreativ aller bekannter Stilmittel – einschließlich griffiger Scats – bedient und mit frischer Direktheit aufbricht. Und wichtige Preise, u. a. aus dem Wettbewerb des Thelonious Monk Institute of Jazz, hat sie auch in der Tasche. Ready for Berlin.

Jason Moran - The Harlem Hellfighters
Das transatlantische Auftrags- und Koproduktionswerk zu Ehren des Pioniers, afroamerikanischen Musikers und Soldaten James Reese Europe, das der Pianist Jason Moran und der Filmemacher Bradford Young anlässlich des 100-jährigen Gedenken an das Ende des Ersten Weltkriegs gestalten, richtet den Blick auf das Leben des Visionärs und die Entwicklung der afroamerikanischen Musik in den USA und Europa zu Anfang des 20. Jahrhunderts. In diesem Rahmen spielt Jason Moran ein spezielles James-Reese-Europe-Programm mit seinem bekannten Bandwagon Trio und sechs britischen Nachwuchsmusikerinnen im Gefolge von Shabaka Hutchings und Nubya Garcia sowie 15 jungen Berliner Musikerinnen.
Das Regiment 369, die Harlem Hellfighters, war eine Freiwilligentruppe afro-amerikanischer Soldaten, zusammengestellt kurz nach Kriegseintritt der USA in den 1. Weltkrieg im April 1917. Die US-Armee war zu jener Zeit strikt segregiert, weswegen Afroamerikaner nicht für den Kampfeinsatz vorgesehen waren. Die Harlem Hellfighters kamen schließlich als Teil der französischen Streitkräfte doch an die Front. Sie zeichneten sich durch besondere Entschlossenheit und Tapferkeit aus, sowohl in ihrem Einsatz im Militärdienst als auch im Kampf um ihre Bürgerrechte und die Anerkennung ihres originären kulturellen Beitrags in der Gesellschaft der Vereinigten Staaten. Für ihren Einsatz an der militärischen Front wurde ihnen das französische Croix de Guerre verliehen. Hauptfigur des Regiments 369 war der Musiker James Reese Europe (1880–1919), der schon 1910 in New York den Clef Club gründete, eine Organisation für afroamerikanische Musiker. Um ihn sammelte sich die 369er-Truppe, aus der er als erfahrener Orchesterleiter eine erfolgreiche Militärkapelle formte, die nach Ankunft in Brest/Frankreich in einer Vielzahl von Konzerten Bevölkerung und Soldaten begeisterte. Sie hinterließ mit ihren synkopierten Fassungen bekannter Stücke – wie etwa der Marseillaise – tiefe Spuren in der europäischen Musik.

  • : »A Social Call« Deutschlandpremiere

WDR Big Band feat. Jazzmeia Horn

BOB MINTZER, Leitung, Arrangements
JAZZMEIA HORN, vocals
JOHAN HÖRLEN, alto saxophone
KAROLINA STRASSMAYER, alto saxophone
OLIVIER PETERS, tenor saxophone
PAUL HELLER, tenor saxophone
JENS NEUFANG, bass saxophone
LUDWIG NUSS, trombone
ALISTAIR DUNCAN, trombone
MATTIS CEDERBERG, bass trombone
ANDY HUNTER, trombone
WIM BOTH, trumpet
RUUD BREULS, trumpet
ROB BRUYNEN, trumpet
ANDY HADERER, trumpet
JASPAR SOFFERS, piano
JOHN GOLDSBY, bass
PAUL SHIGIHARA, guitar
HANS DEKKER, drums

  • : »Audiovisuelles Projekt von JASON MORAN und den Filmemachern JOHN AKOMFRAH & BRADFORD YOUNG Deutschlandpremiere«

Jason Moran - The Harlem Hellfighters

JOHN AKOMFRAH
BRADFORD YOUNG
IFE OGUNJOBI, trumpet
JOE BRISTOW, trombone
ROSIE TURTON, trombone
HANNA MUBYA, tuba
MEBRAKH JOHNSON, saxophone, clarinet
KAIDI AKINNIBI, saxophone, clarinet
ALAM NATHAN, saxophone, clarinet
JASON MORAN, piano
TARUS MATEEN, bass
NASHEET WAITS, drums

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  • Haus der Berliner Festspiele
  • Schaperstr. 24, Berlin
  • Ticketpreis: € 15 – 55 / ermäßigt € 8 – 28