©Jermain T. Raffington
Do, 06/12/2018, 20:00 Uhr
Performance

Speak Boldly


The Julius Eastman Dance Project

Das Projekt ist eine musikalisch-choreografische Auseinandersetzung mit dem Werk des 1990 verstorbenen afroamerikanischen Komponisten Julius Eastman unter besonderer Berücksichtigung der Werkgeschichte von Minimal Music und zeitgenössischem Tanz. Es erweitert das Spektrum des bekannten Kanons für musikalische inspirierte Tanzwerke der Minimal Art und ergänzt es um eine bis jetzt kaum gehörte Stimme. Um dies zu ermöglichen bringt es mehr als 20 Künstler mit verschiedensten kulturellen Hintergründen zusammen.
J. Eastman, geboren 1940 in Ithaca New York, war eine der seltenen Mehrfachbegabungen der Musikgeschichte. Er war Musiker, Komponist, Sänger und Tänzer. Bereits als Kind erhielt er Klavierunterricht und begann wenig später eine Tanzausbildung. Er verfügte über eine außergewöhnlich tiefe Singstimme. Sehr schnell sorgte sein Talent für viel Aufsehen.Dementsprechend arbeitete er mit so unterschiedlichen Künstlern wie Morton Feldman, Piere Boulez, Meredith Monk oder Arthur Russel. Seine Kompositionen wurden erfolgreich in Amerika und Europa aufgeführt. Als offen schwuler Afroamerikaner in einer von Weißen dominierten Kunstform gelang es ihm allerdings nicht wirklich Teil der Szene zu werden. Er starb vereinsamt und obdachlos nach einer langen Phase des Drogenmissbrauchs. Mit ihm ging auch ein Großteil seiner Kompositionen verloren. Dank zahlreicher Rekonstruktionen wird sein Werk in den letzten Jahren wiederentdeckt und international gefeiert.
Mit diesem Projekt versuchen wir nun für drei Stücke Eastmans "Gay Guerrilla", „The Holy Presence of Joan d‘Arc“ und „Femenine“, eine choreographischeÜbersetzung zu finden die sich verstärkt auf die rhythmischen Aspekte und die Programmatik seiner Musik konzentriert. Dabei gehen wir von der hypothetischen Frage aus: Was wäre gewesen wenn Eastman Teil des musikalischen Kanons geworden wäre? Welche Inspirationen hätte der Tanz aus seiner Version ziehen können?

  • Julius Eastman: »Gay Guerrilla, Feminine, The holy presence of Joan D'Arc«

Eine Produktion von Company Christoph Winkler, gefördert durch den Hauptstadtkulturfonds sowie die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und die Augstein Stiftung.

  • Bemerkungen zum Datum und Uhrzeit: 06.-09.12.2018
  • Sophiensaele
  • Sophienstraße 18, Berlin
  • Barrierefreiheit: motorische Einschränkungen
  • Ticketpreis: 15/10€