Lena Ganssmann
So, 15/04/2018, 20:00 Uhr
Konzert

Modara


Fest für Zeitgenössische Musik

„Jenseits der Vorstellungen von Richtig und Falsch liegt Modara.
Dort werde ich Dich treffen.
Wenn die Seele sich daselbst ins Gras niederlässt,
ist die Welt so voll, dass davon niemand mehr zu reden vermag.
Vorstellungen, Sprache, selbst der Ausdruck ‚miteinander’
– das alles ist dann sinnlos geworden.“
(Rumi, 13. Jahrhundert)

Mit dem Festival Modara feiert das Kammerorchester Divan der Kontinente die Schönheit kultureller Verwandlung. Rumis Vorstellung von Modara ist ein Ort reiner und friedlicher Begegnung und der Auflösung zu einem neuen Ganzen. Modara verlebendigt die Fülle der Zusammenkunft und den Moment, in dem vormals Getrenntes sich zu etwas Neuem vereinigt.

Das Festival Modara übersetzt Rumis Utopie in Werke für Ensembles aus Instrumenten der mannigfaltigen musikalischen Kulturen des Planeten Erde, die sich durch Migration, Globalisierung und Mobilität von festen nationalen, geographischen und ethnischen Ordnungen gelöst haben. Der Divan der Kontinente ist ein Berliner Kammerorchester, das transkulturelle Neue Musik erschafft. Es formt eine zeitgenössische Klangkultur aus europäischen, west-, zentral- und ostasiatischen Instrumenten sowie Elektronik und Gesang. Modara fragt danach, was für eine Musik entsteht, wenn diese Trennung der Kulturen tatsächlich aufgegeben wird: Wie klingt es, wenn Musikerinnen und Musiker aus dem Jazz, der elektronischen, traditionellen und neuen Musik zusammenkommen und ihr musikalisches Wissen zusammenführen? Welche neuen Arbeitsweisen benötigt eine solche transkulturelle Musik?

Modara sucht nach neuen Klängen und Methoden für eine Kultur emphatischer Begegnung. Es erforscht, wie unsere Gesellschaft über Musik zu einer engeren Form des Zusammenlebens und -wirkens finden kann. Die künstlerischen Leiterinnen Cymin Samawatie und Ketan Bhatti arbeiten dazu mit Improvisation, Übersetzung und experimentellen Konzepten wie Mimesis und Montage, um nicht nur verschiedene Traditionen zusammenzufügen, sondern um einen Weg aufzuzeigen, auf dem Musikerinnen verschiedenster Hintergründe eine gemeinsame zeitgenössische Sprache entdecken können, deren Herz der Jazz ist. Das Kollektiv, das in wechselnden Besetzungen auftritt, umfasst etwa 40 herausragende Musikerinnen und Sängerinnen aus Genres wie der elektronischen und Neuen Musik, weltweiten klassischen Musiktraditionen, Jazz, Weird Pop, Hip Hop und freier Improvisation.

Improvisationen der Beteiligten wurden bei zwei öffentlichen Proben aufgenommen und als Material für neue Orchesterwerke genutzt, die beim Festival am 15. und 16. April im Heimathafen Neukölln präsentiert werden. Die Abende beginnen mit einer Konzerteinführung um 20 Uhr.

Modara und der Divan der Kontinente werden von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa unterstützt.

  • Cymin Samawatie & Ketan Bhatti: »Diverse Kompositionen« (2018)

Divan der Kontinente

Cymin Samawatie, Gesang, Künstlerische Leiterin
Ketan Bhatti, Schlagzeug, Künstlerischer Leiter
Hilary Jeffery, Posaune
Mahan Mirarab, Oud, Gitarren
Niko Meinhold, Flügel
Naoko Kikuchi, Koto
Taiko Saito, Vibraphon, Marimba
Milian Vogel, Bassklarinette, Elektronik
Bassem Alkhouri, Kanun
Liz Allbee, Trompete
Martin Stegner, Viola
Korhan Erel, Computer, Controller
Susanne Fröhlich, Blockflöten, Bassflöte
Anil Eraslan, Cello
Mohamad Fityan, Kawala, Ney
Ralf Schwarz, Kontrabass

Mit dem Fest Modara feiert das Kammerorchester Divan der Kontinente kulturelle Verwandlung und zeitgenössische Klangkultur aus europäischen, west-, zentral- und ostasiatischen Instrumenten sowie Elektronik und Gesang.

https://heimathafen-neukoelln.de/spielplan?url=Modara

  • Einführung: Das Konzert beginnt mit einer Einführung um 20 Uhr.
  • Dauer: 1:40h, Pausen: Ja
  • Bemerkungen zum Datum und Uhrzeit: 2. Vorstellung: 16.04.2018
  • Heimathafen Neukölln
  • Karl-Marx-Str. 141, Berlin
  • Barrierefreiheit: motorische Einschränkungen