Sa, 09/09/2017, 19:00 Uhr
Konzert

Ensemble Musikfabrik – Orpheus & Odysseus & Molly Bloom


Musikfest Berlin

Orpheus und Odysseus sind literarisch-mythische Archetypen. Sagen, Dramen, Fantasien über sie durchziehen die Künste seit der griechischen Antike. Monteverdis Opern stehen wie Wegmarken in dieser langen Kulturgeschichte. Sie ist nicht zu Ende. Werke zweier Gegenwartskomponisten werfen in diesem Programm den moderne-geschulten Blick auf die ewig alt-neuen Stoffe. Nach seiner Oper „The Mask of Orpheus“ komponierte Sir Harrison Birtwistle das kammermusikalische Gegenstück zu ihr. Nur Singstimme, Oboe und Harfe führen in die Welt des antiken Sängers. Als Texthintergrund wählte Birtwistle 26 von Rilkes „Sonetten an Orpheus“. Sie werden zum Teil ganz, zum Teil in Fragmenten gesungen, manchmal auch nur neben reinen Instrumentalstücken abgedruckt: Sie sind gegenwärtig, ohne in Worten zu erklingen. Rebecca Saunders komponierte für dieses Konzert „ein einstündiges räumliches Werk für den Kammermusiksaal der Philharmonie“ (Edition Peters), als literarische Vorlage diente ihr der moderne Odysseus schlechthin: James Joyces „Ulysses“, daraus vor allem das Schlussstück, Molly Blooms letzter Monolog, der mit einem großen „Ja“ endet.

  • Rebecca Saunders [*1967]: »Yes« für Sopran und „spatialised ensemble“ von 19 Instrumentalist*innen nach dem Monolog der Molly Bloom aus dem Ulysses von James Joyce (2016/17, UA)
  • Harrison Birtwistle [*1934]: »Cortege A ceremony« for fourteen musicians In memory of Michael Vyner (2007)
  • Harrison Birtwistle: »26 Orpheus Elegies« für Oboe, Harfe und Countertenor nach den Orpheus-Sonetten von Rainer Maria Rilke (2003/04)

Ensemble Musikfabrik
Enno Poppe, Leitung
Donatienne Michel-Dansac, Sopran
Andrew Watts, Countertenor
Paul Jeukendrup, Klangregie