Jan Rasmus Voss
Di, 10/04/2018, 20:00 Uhr
Musiktheater / Oper

Was tun?


Eine Wunderkammer von Opera Lab Berlin

In ihrer WG geraten revolutionäre Schläfer und verschlafene Revolutionäre unter Druck: Das in Kaufinteressenten verwandelte Publikum nimmt auf der musikperformativen Besichtigungstour die musikantische Zwischenmieterschaft in den Blick. Opera Lab Berlin wird an fünf Abenden eine Musiktheaterbühne in ein Apartment verwandeln und begibt sich in eine Auseinandersetzung um widerstreitende Lebensentwürfe, Lebensträume und Lebenswirklichkeiten unserer Gegenwart. Grundlage dieser Arbeit ist ein Programm von Musiktheaterminiaturen, deren Komponist_innen zur Mitwirkung im Entstehungsprozess eingeladen sind. Die themenbezogene Interpretation dieser Stücke und deren Konstellation in einer Gesamtdramaturgie machen „Was tun? – eine Wunderkammer“ zu einem Ereignis, das die Verbindung von künstlerischem Experiment, wirklichkeitsnahem und unterhaltsamem Musiktheater sowie spannendem ästhetischem Erlebnis anstrebt. Inspiriert ist das Projekt von Tschernyschewskis sozialutopischem Roman „Was tun?“, in dem junge Leute in einer Moskauer Wohnung ein neues Leben ausprobieren. Dieser Versuch, die Gesellschaft im Kleinen zu verändern bzw. innerhalb einer als Zumutung empfundenen Wirklichkeit autonome Freiräume zu erobern, soll durch Musiktheater mit unserer heutigen Lebenswirklichkeit in Beziehung gesetzt werden. „Was tun? – eine Wunderkammer“ wird ein origineller, relevanter und kritischer künstlerischer Beitrag zu aktuellen Formen und Experimenten des Zusammenlebens von Menschen unter den Bedingungen der herrschenden Gesellschaftsordnung und zu Versuchen deren Veränderung; ein Beitrag, der historische Vorbilder aufs Spiel setzt und ein eindrückliches Erlebnis für den Zuschauer schafft, bei dem Ansätze einer immersiven Performance mit den Ausdrucksmöglichkeiten des zeitgenössischen Musiktheaters Hand in Hand gehen. Wie sieht es aus, das richtige Leben im falschen?

  • Brigitta Muntendorf: »Public Privacy#1«
  • Neo Hülcker: »copy!«
  • Hugo Moral Murguia: »\_/«
  • Georges Aperghis: »Retrouvailles«
  • Helmut Lachenmann: »Pression«
  • Carola Bauckholt: »Emil«
  • Matthias Kaul: »Electric Bath«
  • Jennifer Walshe: »G.L.O.R.I.«
  • Dieter Schnebel: »Poem für einen Springer«
  • Peter Ablinger: »instrument+voice«
  • Simon Steen-Andersen: »Study for String Instrument#2«
  • Alvin Lucier: »Risonanza«

Opera Lab Berlin

Anna-Sophie Weber, Regie
Tatjana Reeh, Bühne und Kostüme
Gina May Walter, Gesang
Georg Bochow, Gesang
David Eggert, Musikalische Leitung und Cello
Shin-Joo Morgantini, Flöte
Evdoxia Fillipou, Schlagzeug

http://www.opera-lab-berlin.com/

  • Bemerkungen zum Datum und Uhrzeit: weitere Aufführungen: 11.04. (20:00), 12.04. (20:00), 13.04. (20:00), 14.04. (19:00)
  • Ballhaus Ost
  • Pappelallee 15, Berlin
  • Bemerkungen zum Ort: Berlin
  • Barrierefreiheit: Sehbehinderung und Blindheit / kognitive Einschränkungen
  • Ticketpreis: 15€ / 10€ (ermäßigt)
  • Kartenvorbestellung: 030/44039168
  • Ticketverkauf