Sa, 28/10/2017, 20:00 Uhr
Konzert / Klangkunst

Konzert mit dem Kairos Quartett


Festival Sonifikationen – klingende Datenströme

Wie klingt ein Pulsar? Wie klingt es, wenn nachts das menschliche Gehirn träumt? Wie, wenn der New Yorker Gitarrist Hans Tammen auf der Bühne mit seiner „Endangered Guitar“ live die Daten seiner eigenen DNA sonifiziert? Wie verwandelt sich ein Schweizer Alpenpanorama in eine konzertante Klanglandschaft? Rein technisch gesehen bezeichnet Sonifikation Verfahren zur Verklanglichung von Daten. Die historischen Wurzeln reichen zurück bis in die Zeit des Pythagoras, der mathematische Beziehungen durch akustische Experimente auf dem Monochord demonstrierte. Mit dem Aufkommen digitaler Schnittstellen und ihrer Codes entwickelte sich die Sonifikation, als akustisches Pendant zur Visualisierung in der Bildenden Kunst, nun auch in der Musik rasant. Seit Mitte der 1980er Jahre entstand eine neue Strömung, die ein breites Spektrum künstlerischer Produktionen, oftmals in Kooperation mit den Wissenschaften, hervorbrachte. Mittlerweile stellt die Sonifizierung außermusikalischer Vorgänge wie Meeresströmungen oder Aktienkurse als Form der künstlerischen Nutzung wissenschaftlicher Daten technisch kein Problem mehr dar. Umso entscheidender ist die Frage geworden, ab welchem Punkt ein Objekt künstlerisch‐wissenschaftlicher Forschungen zum Artefakt wird. Wie kann den Künsten der nächste folgerichtige Schritt gelingen, über physische Erfahrungen mit Daten für den Hörer einen neuen Wirklichkeitsbezug herzustellen? Welche Kriterien bestimmen den ästhetischen Gehalt und machen eine auf Sonifizierung beruhende Arbeit zu einem eigenständigen musikalischen Werk? Das dreitägige Festival Sonifikation – klingende Datenströme der Berliner Gesellschaft für Neue Musik untersucht diese Fragen von Freitag, dem 27. bis Sonntag, dem 29. Oktober 2017 in der Berliner Villa Elisabeth und präsentiert aus der Vielfalt aktueller Sonifikationsstrategien Kompositionen, Klanginstallationen und Performances, die dem Anspruch eines künstlerischen Objektes gerecht werden. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Live-Erlebnis, der sinnlichen, direkten Erfahrbarkeit von Sonifikation. Und so bietet das Festival ein eindrucksvolles Line-Up in Konzerten und Performances.

  • : »st/4 – 1,080262 « ((1955-62))
  • : »(für Streichquartett und Live-Elektronik) «
  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Stefan Häusler, Violine
Wolfgang Bender, Violine
Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

Xenakis Werk ist eines der ersten vom Computer errechneten Kompositionen. Als Pionier kann Xenakis als Referenz für die Komponisten betrachtet werden, die in einem weiteren Schritt die Sonifikation von Daten mit einbeziehen.

  • : »„Dérive“ « (2017 (UA))
  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Simone Heiligendorff, Viola
Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

Die Spatialisierung der Klangbewegungen über eine Vielzahl von Lautsprechern, die Position des Publikums und Überlagerung mehrer Räume - öffentlicher Raum als innerer Erlebnisraum der Komponistin und Konzertsaal - machen neugierig auf das Hörerlebnis

  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

„Auflösung“, ein Solostück für Cello, Transducer und Live-Electronik stellt als Audifikation, worunter man die direkte, unverschlüsselte Übertragung von Schall verstehen mag, eine besondere Kategorie der Sonifikationsmethoden dar.

  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

In this piece "Thorn", after Lars Gustafson (*1936), the young painter and composer uses nearly exclusively glissandi and accents and creates a powerful piece within the confines of its material. (Kairos Quartett)

  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

Mohl ip is a transliteration of the Korean term which refers to the purple or pale blue light seen with the eyes close during the early stages of meditation. The physical gestures specified in the score should be carried out with this in mind.

  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Live Elektronik

Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

Die „ZKM-Selection“ des Festivalpartners Zentrum für Kunst und Medien Karlsruhe präsentiert eigene Beispiele herausragender Sonifikationskunst, u.a. mit Marcus Schmicklers Sonifikation astrophysikalischer Daten.

  • : »"Auflösung" « Für Cello, Transducer und Live-Elektronik (2017, (UA))
  • : »„Thorn“« (1996)
  • : »„Mohl ip“« (2010)
  • : »„Bonner Durchmusterung“« ZKM-Selection ( 2009)
  • : »von „Berlin Wall Scored for Sound”« Arnold Dreyblatt interpretierte und realisierte von „Berlin Wall Scored for Sound” eine Instrumentalversion für Streichquartett ((1980-88))

Kairos Quartett

Claudius von Wrochem, Violoncello
, Für Streichquartett und Live-Elektronik mit GPS-Daten der Komponistin als Flaneurin im öffentlichen Raum.
Claudius von Wrochem, Violoncello
Marcus Schmickler , 9-Kanal-Version
in Kooperation mit Arnold Dreyblatt

Der legendäre Fluxus-Künstler Terry Fox sonifizierte Anfang der 1980er Jahre angesichts der Berliner Mauer vor seinem Atelierfenster „eine Klangkarte, eine Partitur, eine Art hörbare Geografie dieser Struktur“. Arnold Dreyblatt interpretierte sie.

www.audible-data-streams.com

  • Einführung: auch: Klanginstallationen und Soundbar
  • Dauer: 2h
  • St. Elisabeth-Kirche
  • Invalidenstr. 3, Berlin
  • Bemerkungen zum Ort: Villa Elisabeth, Invalidenstr. 4a
  • Barrierefreiheit: Sehbehinderung und Blindheit
  • Ticketpreis: 12,00 - ermäßigt 10,00 Euro
  • Kartenvorbestellung: 030/53675971 oder an der Abendkasse
  • Ticketverkauf