Toposonie :: Spree
Georg Klein

Topographische Komposition für einen Stadtraum von georg klein

Partizipativer Sound Walk entlang der Spree in Berlin-Mitte
Projekt der INM Berlin
Medienpartner: DeutschlandRadio Berlin
Organisation: KlangQuadrat - büro für klang- und medienkunst berlin
Eröffnung geplant am 14.7.2013, 15 Uhr, Bahnhof Friedrichstraße / Fußgängerbrücke Spreeufer
www.georgklein.de















Das Projekt Toposonie::Spree beinhaltet die Entwicklung und Realisierung eines Soundwalks mit einer neuen Technik: eine Smartphone-Applikation (App), mit der abhängig von der Position im Stadtraum Klänge automatisiert abgespielt und mit Kopfhörer gehört werden können. Im Gegensatz zu einem aufgezeichneten Soundwalk mit festgelegter Route und Zeitdauer, wird es so für den Hörer möglich, sich völlig frei im Raum und mit der eigenen Zeit zu bewegen. Der Klangparcours führt auf den Fußgängerwegen entlang dem Spreeufer westlich und östlich des Bahnhofs Friedrichstraße in Berlin-Mitte mit ca. 30 Klangpunkten und einer Länge von ca. 80min.

Die grundsätzliche Idee dieses Soundwalks ist die Überlagerung der (sichtbaren und hörbaren) Wirklichkeit mit einer zweiten (hörbaren) Schicht. Klänge legen sich über das Geschehen, färben die Umwelt ein, lassen eine zweite Wirklichkeit erscheinen bzw. die Schichten, die unter der wahrnehmbaren Oberfläche liegen.

Die Klänge werden abgeleitet aus vor Ort aufgenommenen Fieldrecordings und rein elektronisch generierten Sounds. Entwickelt wird hier für jeden Klangpunkt ein eigener Klangzustand, der in sich variiert und eine gewisse zeitliche Ausdehnung hat. Punktuell treten dazu Geräusche, Stimmen und Klänge wie aus der unmittelbaren Umgebung auf, die in den abstrakten Klangzuständen ein irritierendes Wirklichkeitsmoment erzeugen. Der Sound-walk besteht aus einem nicht-linearen Verlauf, der aus Klangfeldern (Klangpunkte + Klangradius) gebildet wird. Innerhalb dieses Klangparcours wird es jedoch eine sich wiederholende Figur geben: ein Läufer, gesprochen von einem Schauspieler, der als Stimme unvermittelt auftaucht und inhaltliche Bezüge zu den einzelnen Ortspunkten setzt.


Das Gesamtkonzept der Klangfelder besitzt zwei Dimensionen: eine horizontale Dimension, die der Streckenverlauf entlang der verschiedenen Spreeufer und der 6 Brücken bildet, sowie eine vertikale Dimension: durch unterschiedlich große Klangradien lassen sich in einem Klangfeld mehrere Klangpunkte installieren. Der Hörer kann sich mehr oder weniger lang in den einzelnen Klangfeldern aufhalten, hin- und hergehen, um einzelne Klangpunkte zu erreichen, weiterlaufen oder die Richtung ändern. Der Soundwalker erläuft sich auf diese Weise sein eigenes „Stück“, seinen individuellen Klangweg.


Dieser Weg eines partizipierenden Hörers kann auch aufgezeichnet werden - in jeder beliebigen Länge, ob er sich nur 10min. in dem Klangparcours bewegt oder 2 Stunden - und anschließend von ihm als „sein“ Soundwalk auf einer Website veröffentlicht und Anderen zugänglich gemacht werden. Die Website stellt damit auch einen Link zu einer größeren Öffentlichkeit her, so dass das Projekt über das lokale Klangerlebnis hinaus wahrgenommen und nacherlebt werden kann.